Wilhelm Peters

Ab 1987

"Stilles Haus"
Alte Schule Geiß-Nidda/Hessen

Kunstatelier

Mein Kunstatelier und Wohnhaus war die Alte Schule
im kleinen Ort Geiß-Nidda,Wetterau/Hessen,in dem ich arbeitete und
gemeinsam mit meiner Frau eine schöne, geistreiche Zeit lebte.
1997 zogen wir nach Berlin,wo ich in Berlin-Mitte mein Kunstatelier bezog,
danach in Berlin-Charlottenburg.
2014 gründete ich in der Bleibtreustrasse nahe Savignyplatz,die Dauer-Kunstperformance
EINBILDMALEN,in der ich bis heute täglich Freihandmalerei praktiziere.In einem Laden
mit Schaufenster und Schauraum zeige ich meine Arbeiten und pflege direkten
Publikumskontakt.EINBILDMALEN präsentiere ich dort als Gesamtkunstwerk.

*

"Meditation Weißer Zyklus"
Kristallglaskügelchen,Tusche,Baumwolle über Holz
20x20x6cm
1994
Wilhelm Peters
(94bild209)

  • 1992

Manifest "ZUR KUNST"
Erschienen zur Ausstellung:
Wilhelm Peters,Malerei.
Galerie Grosse Bleiche,Mainz 1992
Autor Wilhelm Peters.
Verfasst im Zeitraum März 1989 bis Juni 1991



ZUR KUNST
Wilhelm Peters

*
- Malen als malen
- Arbeit am,im und als undarstellbar-unsagbar
- Intuitives Ganzsein
- Wahrnehmung alltäglicher Weise
- Kontemplative Realisation
- Anwesenheit in bewusster Konzentration
- Eindruck und Ausdruck als-in Stille
- Als-in ungeborener Kunst
- Kunst-malen in freiem Wirken praktizieren
- Einheit des unmittelbaren Augenblicks
*
- Dunkelheit als notwendige Erfahrung
- Natürlicher Makel vollendeter Reinheit
- Auf sich selbst beruhen und sich selbst vergessen
- Machtlosigkeit als positives Merkmal
- Passives Handeln und offenherziger Widerstand
- Fortschritt als Überwindung der Bewegung und Ruhe zum Wachsein
- Umfassende Vielfalt ein Weg
- Hier-Jetzt
- Leere-Fülle
- Nichts-Alles
*
Liebe und Licht
Vision(Erscheinung)ist dunkel-licht.
Geistige Kultur in komplex-lebendiger Leere-Fülle.
Im-als unmittelbarer Augenblick.
*
Verweigerung der Korruption
Zurückweisung aller Angebote der Gesellschaft-Natur,die  den Maler-
Künstler daran hindern,seine  Vision rein und frei zu erfüllendste real zu sein.
Malen und wandeln
*
Überwindung der Unruhe

Zwang der Gesellschaft-Natur zum wollen-müssen
ist ständiges Wirken und Leiden.
Mit-erleiden läutern
*
Maler und Kunstwissenschaft
Kunstwissenschaft(Exegetik)nimmt eine neutral oder verfälschende
Funktion gegenüber dem Kunstsein ein.
Kunst ist nicht deutbar, sondern nur vollführbar.
Ein Maler-Künstler ist kein Kunsthistoriker
*
Kunst und Technokratie
Im Angesicht der Diktatur eines mechanistischen Medien-und Kulturbetriebes
und dessen trügerischen Phantombildungen.
Unmittelbarkeit des Werkes und Lebewesens.
Durchdringung und Überwindung entmündigender Konditionierung.
*
Maler und Kunstbetrieb

Der Künstler ist keine Produktionsmaschine und soll sich nicht als
Instrument zur Marktsättigung verwerten lassen.Kunst ist kein Konsumartikel.
Innerem Rhythmus folgen und realisieren.
Austausch von Herz zu Herz erkennen.
*
Einheit der Kunst
Kunst lebt-stirbt, stirbt-lebt ohne Anfang und Ende.
Konzentration
*
malen
Der Maler schaut nicht auf sich oder sein Malwerkzeug,sondern  ins
nichtige Ziel.Unbewusst-bewusst in kühler Stille.
malen
*
Farbe-Licht
So viele ungeborene Möglichkeiten es geben mag,kreisen  und sind alle im und als Licht.
Dunkel ist ebenbürtig,nicht  gegensätzlich.Wirklichkeit ihrer Seinsweise.
Licht-Farbe




  • 1992 

Zeitungsartikel Allgemeine Zeitung Mainz
27.April 1992
"Der innere Rhythmus"
"Lesung und Ausstellung in der Galerie Große Bleiche"


"Wenn Sie reinen Herzens Kunst erfahren möchten,dann sind Sie hier in dieser Ausstellung richtig,denn der Künstler geht keine Kompromisse ein und wendet sich ungeteilt dem Gegenstand zu.Wenn Sie unreinen Herzens diese Ausstellung betreten,dann erfahren Sie hier Läuterung."Ein hoher Anspruch an Kunst und Betrachten den der Schweizer Poet Eugen Gomringer in seiner Eröffnungsrede zur Ausstellung Wilhelm Peters formulierte.Die Mainzer Galerie Große Bleiche hat sich ganz der Konkreten Kunst verschrieben,einer Kunstrichtung,die Ende der 60er Jahre entstand,sich selbst zum Gegenstand der Malerei erhob und durch formale Einfachheit gekennzeichnet ist.Dabei bestimmt der gedankliche Teil das Kunstwerk,Ausführung und Abbildungscharakter sind weniger wichtig.
Eugen Gomringer gehört zu den Mitbegründern der Konkreten Poesie.Seine"Konstellationen"(Gedichtsammlung,1969 erschienen)sind aus den Möglichkeiten visuell-verbaler Beziehungen entstanden.Fordert die Konkrete Kunst eine Reduktion auf Punkt,Linie,Fläche und Form geschieht das in der Konkreten Poesie durch Reduktion auf Grundelemente wie Buchstabe,Wort und Wortverbindung.Gomringer und Peters arbeiten mit den gleichen Mitteln.Gomringers berühmtes typografisches Gedicht "Schweigen"besteht aus einer Aufzählung des Wortes Schweigen das in der Mitte einmal ausgespart ist,um es zur Begriffslosigkeit,zu einem "sprachlosen Schweigen"auszuweiten.Peters monochrome Quadrate kennzeichnet auch eine radikale Leere.Es sind zarte,stille  Werke,die sich auf den ersten Blick kaum vom schneeweißen Hintergrund der Galeriewände abheben.In der Galerie Große Bleiche sind die Werke zudem großzügig verteilt und können sich so besonders gut entfalten.Sie beanspruchen Platz,Ruhe,Kontemplation.Betrachtet man sie von nahem,entwickelt  sich ihre eigene Lichtfarbform.Die Farbe oszilliert,und das Bild wirft durch seine unregelmäßige Rahmenform Schatten.Peters Grundmaterial ist das verformbare,weiche Wachs.Er erhitzt das Wachs und preßt es in einen Rahmen.Der Rahmen selbst ist nach strengen Zahlenkombinationen vermessen und wirkt konträr zum verformbaren"chaotischen"Wachs.Ältere Arbeiten zeigen noch umpigmentiertes Wachs als Bildgrund,bei den jüngeren pigmentiert Peters das Wachs(meist schwarz)und übermalt es mit weißem Pigments daß die Farbe des Untergrundes noch durchscheint.Farbe,Untergrund,Rahmen und Licht bilden eine wohndurchdachte,rhythmische Harmonie.Das Zyklische liegt seinen Bildern zugrunde.Die Ausstellung trägt den Titel"34"(sein Lebensjahr),seine Werke heißen"Frühling"oder"Winter"und sind nummeriert.Dabei ist seine Malerei nicht biographisch geprägt,sondern  Dokumentation ihrer selbst.Die stetige Wiederholung des Malens steht im Vordergrund,oder wie der Künstler es in seinem Manifest formuliert:"Man muß dem inneren Rhythmus folgen und ihn realisieren".



  • 1992

Zeitungsartikel Mainzer Rhein-Zeitung
27.April 1992
"Kunst ohne Anfang und Ende"
"Wachsbilder von Wilhelm Peters in der Galerie Grosse Bleiche"
von Claudia Hiller


War da was?Da war was.Nicht daß die kleinformatigen Bilder verschluckt werden von den hohen weißgetünchten Wänden und dem weitläufigen Raum der "Galerie Große Bleiche";auf den ersten Blick fallen die Bild-Tafeln nicht einmal auf.Um sich ihnen zu nähern,braucht  man Zeit,viel Zeit.Wilhelm Peters Bilder sind eine Herausforderung an die Konzentration.Der erste Eindruck ist Ausdruck des extrem konkreten Angebots und der geringen Anzahl der Bilder.Galerist Alf Trister Job bringt es auf den Punkt.Um Missverständnissen vorzubeugen:In der Galerie hängen keine Lehrstücke,die den Betrachter zwingen,sich auf die Kunst zu konzentrieren,sondern seine "Existenz",so der Künstler.Den Begriff"radikale Malerei"mag er dafür nicht in den Mund nehmen."konkret",diese Bezeichnung für seine Kunst läßt Peters gelten.In Begriffe oder Worte fassen mag er ansonsten weder sich,seine Kunst,noch seine Entwicklung zu reduzierten,komplexen Bildwelten.Anstelle der Antworten : Worte,die seine Nichtantwort begründen.Was ausgestellt ist?An den hohen Wänden in der "Großen Bleiche Galerie"hängen acht helle,meist weiße,kleine Quadrate aus Wachs.Bei Wilhelm Peters wird das Werk im wahrsten Sinn Bild.Seine leicht konkav gewölbten Bildträger sind das Kunstwerk.Sie bestehen aus flüssigem Material,farblosem Wachs,das Peters mit Talkum-Pigmenten einfärbt:Meist weiße,aber auch blaue Pigmente auf schwarzem Untergrund oder rosa auf farblosem Wachs."Versuch,Herausforderung,Sichtweise"zwingen ihn,die Malerei von Grund auf zu bewerten:"Ich kann Leinwandmalerei akzeptieren oder nicht."Peters weicht ab, bewußt,nicht nur bei den Bildträgern.In seinen Werken gibt es weder Höhepunkte,noch  Spannung.Leicht strukturierten minimalen Farbschattierungen abweichende Flächen erzeugen das Quadrat.Für den Künstler ist die Fläche zugleich Körper,Bewegung zum Raum:"Licht,Raum,Körper realisieren sich als Gleichmaß."Was still zu sein scheint,fließe,sei eine Selbstverständlichkeit.Peters Bilder sind Kunstwerke der Stille und Zurückhaltung.Die Helle seiner Tafeln unterstützt diesen Effekt:"Erweitert, öffnet,hält frei."Es sind Kunstwerke, die selbst wieder Stille erzeugen,wenn man sich auf sie einläßt.Dann wird auch die Einheit seiner Tafeln sichtbar.Kunst wie Peters sie in Worte packt"lebt-stirbt,stirbt-lebt ohne Anfang und Ende" 

1992

Ausstellungseröffnung
Mainz 1992
Wilhelm Peters mit Eugen Gomringer
vor einer weißen Farbmalerei:
"Meditation Weißer Zyklus"
Wilhelm Peters



  • 1992


Eröffnungsrede
Eugen Gomringer,Rehau
Ausstellung:
Wilhelm Peters,Malerei
Galerie Grosse Bleiche,Mainz

mainz,25.4.1992
meine damen und herren,
die beziehung zu einem künstler setzt oft irgendwo mit einem flüchtigen, nicht vorauszusehenden gespräch ein.daraus kann sich dann ein briefwechsel ergeben in dessen verlauf die briefumschläge des künstlers ein grösseres format und eine andere z..b.braungelbe farbe annehmen.die öffnung dieser gewichtigeren post wird für den empfänger eventuell zu einem problem.es gehen gleicherweise erwartungen,spannungen,aber auch annäherungsversuche - vorsicht voraus weil sich da etwa ein Übermass an zufluss ankündigt.für wilhelm peters und mich trifft dies alles zu, auch sein besuch in meiner wohn - und arbeitshöhle,zusammen mit herrn job,hat daran nichts geändert,wenn auch eine art befreiung eintreten konnte aufgrund sachlichen Interesses an seinen objekten und deren herstellung.es trifft zupass ich umschlage von wilhelm peters in händen hielt,mit denen ich für's erste nichts im sinne hatte so wie ich oft umschlage monate -oder jahrelang nicht erschliesse,wenn sie mir äusserlich gefallen.unter anderem stellte ich aber auch fest, dass der künstler diese sendungen so dicht verschlossen hatte,weit über die normale klebung hinaus, mit tesafilmstreifen millimeter-dicht bis zum rand,dass ein öffnen mit den mir zunächst liegenden mitteln,schon gar nicht mit dem finger,der eher geübt ist im hastigen aufschlitzen,nicht möglich war.ich hatte ein objekt in den händen,das zwar an mich adressiert war, sich aber gleichzeitig dem öffnen zu entziehen schien oder dies wenigstens nicht als üblichen akt unbewusst durchgeführt,vor sich gehen lassen wollte.diese einsicht begann mich zu erfreuen.irgendwie stimmte sie überein mit meiner bisherigen kenntnis von mensch,person und künstler : es kommt da viel auf dich zu sehr viel, aber die erfahrung der botschaft soll dir nicht leicht gemacht werden,übliche und gewöhnliche verfahren der aneignung sollen ausgeschieden bleiben.ich habe diese umschläge alle geöffnet und deshalb,weil ich das getan habe,meine damen und herren,stehe ich heute vor ihnen und rede zur sache,die wilhelm peters mit sich,mit der welt,mit uns vorhat.das nicht immer leichte aufschliessen und öffnen geht weiter,wird immer weiter gehen.diese einsicht habe ich über wilhelm peters gewonnen.und für mich hoffe ich sogar,dass dies so bleibt,das nicht leichte öffnen oder entschlüsseln.wenn etwas lange verborgenes nach aussen drängt,ist sein anspruch gross.wir erleben das jedes jahr,ebenfalls mit freude,beim frühling.mit der kunst,mit der wir täglich in einem Übermaß begegnungen haben,ist es meist umgekehrt.sie scheint leicht,oft nur allzu leicht vorgebracht zu werden und ihr Anspruch ist im grunde nicht gross,sondern frech,anmassend.auf alle fälle wird einem das bewusst,wenn wir in beziehung treten mit wilhelm peters,sein anspruch ist leise vorgetragen,jedoch kraftvoll und randvoll.um es gleich ganz ernst zu sagen : wenn jemand heute gekommen ist um reinen herzens kunst zu erfahren,wird er hier kleine mängel gütigst herauslesen können,mängel,die sozusagen dem menschlichen tun anhaften.und wenn einer unreinen herzens gekommen ist,wird er für eine weile geläutert hinweggehen.es ist wie beim berühmten wort von rilke : du musst dein leben ändern.wenn wir den grossen anspruch von wilhelm peters aufnehmen,müssen  wir unser an kompromissen und korruptionen eingeübtes verhalten vergessen,ablegen und uns ungeteilt einem gegenstand zuwenden,der so kunstlos erscheint wie es auch dem schwarzen quadrat von malerisch bei seinem erscheinen einst ergangen sein mag.malewitsch : wir haben in den letzten jahren immer wieder auf ihn zurückgegriffen,weil es notwendiger denn je ist einen anfang zu setzen,frühe spuren aufzunehmen,vieles,vieles aus uns wegzuräumen.wir können das sogenannte rad der geschichte nicht zurück drehen,aber gerade weil es sich dreht,besteht auch die chance,das ein paar wichtige dinge mitgenommen und wieder erinnert werden : die "empfindungsresultante"von arnold hölzer,das "geistige in der kunst"von kandinsky,das schwarze quadrat von malerisch,die Identität von reimer jochims,das unausgesprochene schweigen von eugen gomringer,die verweigerung der korruption von wilhelm peters.das ist die umgebung der werke,die wilhelm peters hervorbringt.sind sie aus wachs,ist zu bedenken,was das ist,wie leicht das schmilzt in unseren händen,wie es sich formen,färben lässt,wie fest metallen dagegen die negativform zu sein hat.es ist zu bedenken, dass die rückseite so wichtig ist wie die vorderseite.gibt es überhaupt rückseiten in der kunst ? jedes werk ist in seiner komplexhaftigkeit,in material,form,farbe,herstellung, negativ,positiv ein empfindungsresultat und dadurch ist es wiederum gleich allen anderen.-man sieht immer wieder : über kunst nachzudenken oder kunst vorzudenden,im diskurs bleiben,ist eine gute,begeisternde  sache,die oft schon abheben,es beim konzept bewenden liess.aber kunst will sich ins licht stellen,schatten auf sich ziehen,in ihrer ewigen unvollendung ein gleichnis sein.meine damen und herren,künstler und kunstwerke sind ursprung und stoff unserer erinnerungen.aber nicht jeder schafft es,dabei auch lebendigen atem mitzuteilen.bei wilhelm peters erleben wir diese situation,wenn wir seine post,seine  botschaft öffnen.der überdruck ist gross,gedichte zu sein,sätze zur kunst quellen hervor.sie sind kaum zu bewältigen in ihrer gleichzeitigkeit,in ihrer identität von wort-ort.und da erscheint wieder auch das wort "alles vergessen".gibt er schon auf?ist er zu früh angekommen? - bereits beim heiku mit 35 jahren? es ist alles offen.ich denke,wir wollen ihn fordern.gruss gomringer!


1994

"Meditation Weißer Zyklus"
Kristallglaskügelchen,Baumwolle über Holzkörper
32x32x5,5 cm
1994
Wilhelm Peters
(94bild556)

Ausstellung 1994
Wilhelm Peters,Malerei
Galerie Grosse Bleiche Mainz.
U.a.anwesend Prof.Eugen Gomringer, Prof.Klaus Staudt,Galerist Job,
Galerist Hoffmann,Mainzer Landesregierung,Mainzer Presse,diverse Künstler


  • 1994

Zeitungsartikel Allgemeine Zeitung Mainz.
Wilhelm Peters in der Galerie Große Bleiche


Der Maler Wilhelm Peters zählt zu jenen Künstlern,die ausgehend von ihrer intensiven Beschäftigung mit grundlegenden Bildwerten zu Werken von reduzierter Formsprache,doch zugleich höchst sinnlicher Präsenz finden.Durch den komplexen gedanklichen Ansatz,aber auch durch die strahlende Erscheinung ist dieses Schaffen klar geschieden gegenüber den frugalen Formen der Konkreten Kunst sowie den klaren Farbflächen einer monochromen Malerei,welche Peters Schaffen auf den ersten Blick ausgesprochen ähnlich erscheinen.Mit anderen Worten : Wilhelm Peters steht eher in einer geistigen Wahlverwandtschaft zu Jan Vermeer"Dienstmagd mit Milchkrug"denn zu Günther Umbergs schwarzen Bildern.In seiner neu entstandenen und nun in der Galerie Große Bleiche gezeigten Bildfolge"Meditation Weißer Zyklus"intensiviert Peters das Spannungsverhältnis aus Bildkörper,Farbmaterie und Lichtwirkung - vorhanden bereits in seinen älteren,fein pigmentierte und oszillierend schimmernden Wachstafeln - zu einer wahren Lichtmalerei.Eine materielle Grundlage hierfür bilden winzige Glaskristallkügelchen,die wie ein Farbpigment gebunden und auf den grundierten Bildträger aufgebracht werden.Je nach Art der Zusätze und der weiteren Verarbeitung reflektiert oder absorbiert das Material auftreffendes Licht,glänzen  die einzelnen Glaskörperchen greifbar auf oder verbreiten einen matten,schaumigen  Schimmer und verschleiern oder verstärken die Wirkung des weißen oder an der Grenze der Wahrnehmbarkeit kaum gefärbten Bildgrundes.Die mit sensibler Aufmerksamkeit geschaffenen und mit gr0ßer handwerklicher Sorgfalt ausgeführten Bilder stellen den Betrachter naturgemäß vor die große Herausforderung,hier sichtbar gemachte Prinzipien der Malerei wahrzunehmen.Gleichsam als Belohnung für diese Geduldsprobe überraschen die Werke durch ihre feinst nuancierte bildnerische Ausdrucksweise,wenn Großformate als matte Fläche zurücktreten und kleine Tafeln nicht nur körperhaft im Raum stehen,sondern  auch durch die über den Rand stehende Farbschicht zum malerischen Motiv vor der Wandfläche werden.Einen spannungsvollen Kontrast bilden schließlich einige Tafeln mit plastisch aufgetragenen,horizontalen und vertikalen geschichteten Pinselzügen,deren  einfache Gitterstruktur ein geradezu haptisches Sehvergnügen verheißt.




  • 1994

Rede
Dr.Dietfried Gerhardus,Saarbrücken
Ausstellung:
Wilhelm Peters,Malerei
"Meditation Weißer Zyklus"
Galerie Grosse Bleiche,Mainz

Meine sehr geehrten Damen,meine Herrn,lieber Wilhelm Peters,
als Motto für meine Einführung habe ich einen Vers aus Paul Clans berühmten Gedicht"Sprachgitter"(1959)gewählt:
"Am Lichtsinn errätst du die Seele".
Beginnen werde ich mit Paul Klee und am Schluß Elias Canetti zitieren.Dazwischen gilt meine Anstrengung des Begriffs"Meditation Weißer Zyklus"von Wilhelm Peters,einer Folge
 von Farb-bzw.Lichtmalerei,deren Ausstellung es heute Abend zu eröffnen gilt.
....
Anhand von drei Stichwörtern möchte ich Sie gern zum sinnlichen Bedenken und betrachtenden Genießen der hier erstmals ausgestellten Arbeiten anstiften :
"Lichtmalerei" - "Lichtgebilde" - "Lichtzeichen".
Mit zwei Kernsätzen bringt Paul Klee 1920 bzw.1918 die Wende zur Modernen Kunst auf den Punkt:1.Satz:"Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder,sondern macht sichtbar."
2.Satz:"Bei der Kunst ist das Sehen nicht so wesentlich wie das Sichtbarmachen."
Systematisch könnte man heute fortfahren : In der Ästhetik ist das Sehen wichtiger als das Sichtbarmachen ! Kunst verdankt sich dem aktiv-herstellenden Anteil der Sinnlichkeit,der  Sensualität,Ästhetik ihrem passiv-aufnehmenden Anteil ; Produktivität und Rezeptivität,die beiden Seiten unserer Sensualität,werden zum Gegenstand von Kunsttheorie und Ästhetik!
Gleich die an Paul Klee anschließende Frage:Was macht Peters als Künstler in seiner "Mediation weißer Zyklus"sichtbar,damit wir es sehenden Auges genießen können?Vorläufige Antwort : Aus der Farbe heraus macht er Licht sichtbar,um uns eine Sicht,eine Perspektive auf Licht zu gewähren!Er erzeugt eine Lichtwelt,damit wir unseren"Lichtsinn"erproben können,um,wie Celan sagt,unsere  Seele zu erraten.(Übrigens : Den Ausdruck"Lichtsinn"gebraucht meines Wissens zuerst der Physiologe Ewald Hering im Titel seiner zentralen Arbeit von 1878:"Zur Lehre vom Lichtsinn".)Folgen Sie mir bitte,meine Damen und Herren,auf dem bildnerischen Weg von der Lichtmaterie zum Lichtgebilde.Glaskristallkörnchen sind das durch Malmittel pinselführig gemachte körperhafte Pigment, - die Lichtmaterie zu "Weißen Zyklus".Über Variante Behandlung von Quantität und Verteilung der Glaskristallkörnchen sowie Varianz in der Behandlung des Malmittels hat Peters in geduldigem Austüfteln und Ausprobieren feinste Abstimmungen im Auftragen seines transparenten Pigments gewonnen.Aufgetragen wird diese Lichtmaterie Freihand auf einem flachrechteckigen Bildkörper mittlerer Größe aus Hartfaser,der  mit einem milchigweißen Baumwollgewebe bespannt ist.Künstlerische Arbeit gebiert einen Unterscheidungsreichtum von Helligkeit und Tönung,der die Unterscheidungsnotwendigkeiten unserer Alltagswelt weit übertrifft,ihr jedoch keineswegs entrückt ist.Da figürliche Teile in der Farbmalerei fehlen,die prinzipiell bildbestimmende Figur-Grund-Relation jedoch nicht hintergangen werden kann,weicht diese Malerei gern auf den Bezug zu Bildformat oder Wand aus.Das Bild,Farb-Lichterscheinung als Figur,auf der Wand als Grund ! In seinem "Weißen Zyklus"stellt sich Peters der aufs Äußerste zugespitzten bildnerischen Aufgabe,Lösungen für das Wurzelproblem aller Malerei,Gliederungen immer der Figur-Grund-Relation folgend,- van de Felde sprach zurecht verallgemeinernd von "Positiv-Negativ-Formbeziehung" - sichtbar machen zu müssen,und zwar ausdrücklich im Bild selbst und allein mit der Farbe und aus der Farbe,dem  Ausbund an Ungegliedertem.Um dieser bildnerischen Zuspitzung,dieses  bildnerischen "Thrills"willen vergewissert sich Peters noch einmal der Tradition des Tafelbildes insofern,als er das übliche Rechteckbild mittlerer Größe,allerdings mit subtil gewählten Maßen, bevorzugt,das seine Selbstgenügsamkeit gerade gegenüber Ort und Raum zu behaupten weiß.Erinnern Sie sich beispielsweise,meine  Damen und Herrn,an  die mit Bildern verschiedenster Thematik geradezu gepflasterten Wände bis ins 19.Jahrhundert hinein.Wahl und Verwendung der Lichtmaterie werden zum Lichtgebilde entwickelt,das  für seine Sicht auf Licht tauglich gemacht werden soll.Bei Peters gehen handwerkliche,artisanale Maßnahmen mit künstlerischer,artistischer Gestaltung allmählich immer engere Verbindungen ein bis zu ihrer Unauflöslichkeit.Hier thematisiert Peters eigens den Wandbezug seiner Arbeiten nicht als Gliederungsersatz,sondern in Absicht,das Verhältnis von Bild und Wand labil zu halten.Der flachrechteckige rahmenlos präsentierte Bildkörper,circa 3 cm hoch,wird  durch zwei je 2,5 cm hohe Stege nicht an oder auf der Wand,sondern  eher vor die Wand gebracht.Das einzelne Bild ist gleichsam von der Wand "freigestellt"(ein Ausdruck aus der Fotografie),ohne aber deren verschiedenen dienenden und tragenden Funktionen ganz entkommen zu wollen.Denn der Versuch einer solchen Flucht wäre eine Entscheidung gegen die strikte Zweidimensionalität des Bildes.Zu einer fiktiven Fläche parallelfaktisch zu einer Wundwerden stofflich verschiedenartige Schichten wechselnder Stärke aufeinander gelegt.Die obere Schicht : ein millimeterdickes,poriges,d.h.in seiner Mikrostruktur offenes Stück Haut aus Glaskristallkörnchen und Malmittel,das diese Lichtmaterie entfaltet.Daß die feinporige Haut inwendigen Ausfräsungen die Grenzen des jeweiligen Bildformates überschreitet,deutet  z.B.an,inwiefern die Bilder zu einem Zyklus gehörender das potentielle Ganze dieser Bildhaut verkörpert.Kargheit und Präzision entfalten sich zu ernster Kostbarkeit.Dennoch offenbart sie das Vergnügen am Tüfteln.Sehen Sie selbst!Uns,den Betrachtern,wird zugemutet,sich auf eine Kunst feinster Unterschiede einzulassen,wie  das Licht sie erfordert.Und Meditation ist die besondere Methode,diese Kunst ins Werk zu setzen wie auch ihrer teilhaftig zu werden.In der feinporigen Haut verbinden sich alle eigens geschaffenen Schichten bis zur Ununterscheidbarkeit von "Bildfeld" und "Bildwelt"(W.Schöne);so muß bei Peters - prinzipiell wenigstens - jeder Teil und jede Einrichtung der gesamten Arbeit gleichsam zum Bildfeld wie zur Bildwelt gehörig angesehen werden.Eben dadurch gelingt es Peters,von Anfang an jeden Anschein zu vermeiden,die flächig aufgetragene Lichtmaterie müsse als Gegenstandsfarbe oder gar als Lokalfarbe auf Teilen des Bildkörpers verstanden werden,so als ob der selbsterzeugte Bildkörper zu Schluß noch der Farbeigenschaften bedürfte oder dieser bloß als Präsentierteller für die Farbe angefertigt worden sei.Abstrakte Kunst,meine Damen und Herrn,- denken Sie z.B. an Paul Klees Ölbild auf Pappe von 1925 mit dem einschlägigen Titel:"Abstrakt mit Bezug auf einen blühenden Baum" - ahmt etwas nach,um mithilfe mimetischer Darstellung eine Sicht,eben eine Perspektive auf einen vorgängig vorhandenen Gegenstand zu stellen.Konkrete Kunst - wir befinden uns hier in einer Galerie für Konkrete Kunst- erzeugt selbst einen Originalgegenstand als Artefakt,um an diesem Artefakt eine Sicht,eine Perspektive auf dieses Artefakt zu stellen.Am selbsterzeugten Originalgegenstand oder an seinen Teilen werden Eigenschaften vorgeführte,d.h.exemplifiziert.Dadurch erhält das Artefakt zugleich Bild und Kommunikationsfunktion.Wilhelm Peters nun erzeugt bild - und kommunikationsfähige Lichtgebilde, im unseren Fall einen Zyklus von Lichtgebilden.Aus der Tradition der Malerei und aus der Geschichte der Lehren vom Lichtsinn weiß er,daß Licht und Farbe eineiige Zwillinge sind.Nun zuletzt,um unsere Gewohnheit aufzuklären,Licht und Farbe in nahezu neunundneunzig von hundert Fällen als Rosenrot,Blutrot,Ziegelrot und d.h.als Gegenstandsfarbe zu lesen,suchen Künstler nach einer sensuellen Gestalt,Farbe gerade nicht als Gegenstandsfarbe an oder auf einem gegenständlichen Träger und somit als dessen Oberflächenfarbe auftreten zu lassen.Peters gestaltet deshalb als farbeigene Gegenstandsaspekte flächenbezogene,zweidimensionale Ausdehnung mit räumlicher Begrenzung,strenge Frontalität mit flachem Abschluss nach hinten.Tritt Farbe in dieser Weise aufrisst in der Lehre vom Lichtsinn von"Lichtgebilden" bzw.von Flächenfarbe (D.Katz) die Rede,die wir in ihren Teilen und Eigenschaften rein als sie selbst auffassen.Ein Beispiel von David Katz : Durch das Loch eines Schirms betrachtet,bietet  der "Himmel(...)den Eindruck einer sehr ausgedehnten Flächenfarbe,wenn  man,auf  einer großen freien Wiese liegenden Blick auf ihn richtet"(Katz 1911,10).Wie das Beispiel ebenfalls verdeutlicht,gehört  zur Flächenfarbe deren "unbestimmte Lokalisation",die bei Peters durch die bereits von mir beschriebene "Schichtigkeiteit"des Bildkörpers veranschaulicht wird.Die Schichtenfolge verunklart die örtliche Bindung der Flächenfarbe,klärt dagegen ihre "Frontalparallelität",die in der empirisch-wissenschaftlichen Arbeit durch das Loch in einem Schirm gesehen bemerkt wird.Der Schirm im Beispiel von Katz ist allerdings nur wissenschaftliches Hilfsmittel,die  geordneten Schichten in Peters "Weißen Zyklus" dagegen sind sensuelle Elemente der konkret erzeugten Flächenfarbe.Mit dieser Realisierung seines sensuellen Konzeptes der Flächenfarbe steht und fällt bei Peters seine Sicht,seine Perspektive auf Licht.Das Lichtgebilde bekommt Zeichenfunktion, wird zum Lichtzeichen.Sicht auf das Licht in Lichtgebilden artikuliert : das Auswiegen und Gleichgewichten von Zurückwerfender Reflexion und von Aufsaugender Absorption,so  daß beide als gleichrangig,gleichwertige Positionen von Licht und Farbe sichtbar gemacht werden.Um diese Sicht des Ausponderierens zu erzeugen,läßt Peters den Buntwert fallen und konzentriert sich auf Weiß im Sinne von Helligkeit und Tönung,auf  Weiß als"Sammellicht",wie er selbst sagt,das  alle Buntere der Möglichkeit nach in sich enthält.Das Reflexionsgeschehen kulminiert in den Glanzlichtern auf vereinzelt auftretenden,fast  malmittelfreien Glaskristllkörnchen;das Absorbtionsgeschehen entwickelt sich über immer dichter werdende Eintrübungsgrade,gleichsam durch die feinporige Bildhaut hindurch.
"Denn eine lange Übung",ich komme zum Schluß und zitiere Elias Canetti aus seiner Laudatio von 1936 auf den Dichter Hermann Bruch,"Denn eine lange Übung hat die Menschen gelehrt,aus  der Vielfalt und der Veränderlichkeit der Farben, die sie erleben, statische,wohlabgeschlossene,doch in ihrer Ruhe unendlich differenzierte Flächenwerke abzuziehende sie Bilder nennen."(Canetti 1992,22).



  • 1994

Zeitungsartikel Mainzer Rhein-Zeitung
"Das Unsichtbare ist wichtig"
"Die leuchtenden Bilder von Wilhelm Peters zeigen sich verschlossen"
von Stefanie Mittenzwei

Wilhelm Peters ist ein Sammler des Lichtes.Er sammelt zwei Erscheinungsformen von Licht : die tägliche und nächtliche Veränderung der Helligkeit und jenes Leuchten,das aus dem Inneren eines Menschen strahlen kann.In der Galerie Große Bleiche stellt sich ein Künstler vor,dessen Werke aus einem von ihm selbst geschaffenen Weltverständnis entstehen,welches in Verbindung zu einer ostasiatischen ZEN-Philosophie steht.Streng mit der Gesellschaft,mit der Kunst in ihr und auch mit sich und dem eigenen Ausdruck, sind seine Bilder Ergebnisse langjähriger geistiger Anstrengung.Das Unsichtbare,das Unhörbare sei ihm sehr wichtig,sagt Peters.Was er einbringt in seine Bilder,die Lebenszeit,das Nachdenken,die eigene künstlerische Vorzeit,die Situation im Moment ihrer Entstehung,soll sich dem Betrachter mitteilen.Dieser sieht sich in der Mainzer Galerie,wo Peters vor zwei Jahren schon einmal ausstellte,einer Reihe von - auf den ersten Blick - weißen Quadraten und Rechtecken gegenüber.In rhythmischer Ordnung gehängt,tritt das einzelne Werk zunächst zurück hinter das Ganze.Daß sich seine Bilder nicht leicht erschließen,weiß Peters : "Die Arbeiten verweigern sich - wie ich mich auch."Aber er sieht gerade in ihrem Verschlossenen andere Möglichkeiten sich auftun.Die Leinwände,teilweise schwarz grundiert,dann weiß,sind  überzogen von einer feinen Schicht Glaskristallen,was an Schleifpapier denken läßt.Die winzigen Kügelchen nehmen in sich das Licht auf,auch eine kaum wahrnehmbare Farbigkeit.So ist Weiß nicht nur weiß,sondern Zeichen für weich schimmernde Helle."Das Denken richtet sich auf feine Übergänge",erklärt Peters seine sensibilisierende Kunst,die viel Einfühlung verlangt.Er meditiere seine Arbeit,beschreibt der Künstler den Vorgang der Entstehung.Die Formate richten sich nach einem in langem Prozeß entwickelten Grundquadrat von acht mal acht Zentimetern.Für Peters,der lange polychrom maltest jede Arbeit Ausdruck einer langen,intensiven  Beschäftigung.Wilhelm Peters lebt in der Wetterau,aber  er könnte sich vorstellen,seine  stillen Bilder auch inmitten von New York zu schöpfen.Er sei viel gereist,auch  nach Japan oder Korea,berichtet er.1992 kam in der Galerie Große Bleiche sein Manifest "ZUR KUNST"heraus.Darin heißt es über die "Unmittelbarkeit des Werkes und des Lebewesens":"Durchdringung und Überwindung entmündigender Konditionierung".Das scheint in den leuchtenden Bildern geglückt.




  • 1994

Zeitungsartikel Frankfurter Rundschau.Kulturspiegel Wetterau
"...und sehe Deine Stille"
"Wilhelm Peters nennt sich 'Praktiker Unabhängiger Kunst"
von Corinna Willführ

Für Wilhelm Peters ist es wichtig,daß ein Künstler manchmal in Klausur geht.
Die Nachbarn nennen es "das stille Haus".Und mancher,der an dem ehemaligen Schulgebäude aus der Jahrhundertwende vorbeigeht,mag glauben,es sei nicht bewohnt.Auch an diesem Nachmittag im Mai verwehren dichte Stoffbahnen den Blick durch die Parterrefenster des Hauses in der Parkstraße in Geiß-Nidda."Atelier"steht auf der Klingel für das Erdgeschoß, in das jedoch kein Fremder Einlass erhält.Denn die Arbeitsräume des 36 jährigen Künstlers Wilhelm Peters sind für alle von außen tabu.Nicht so die Werke,die der in Hasselt am Niederrhein Geborene Besuchern im Treppenhaus und den oberen Stockwerken zeigt.Stufen durch eine künstlerische Entwicklungsgeschichte - ein Gang von der Gegenwart in die Vergangenheit,der zur Konzentration zwingt.Nichts Nebensächliches sorgt an Decke,Wand und Boden für Ablenkung oder bietet Gelegenheit,mit Blick und Gedanken der Strenge und Kargheit des Raumes auszuweichen.Bereits als Jugendlicher interessierte sich Peters für Malerei,belegt Kurse in Zeichnen und darstellender Geometrie.Mehrere Jahre arbeitete der Absolvent der Offenbacher Kunstschule und Student des Frankfurter Städels nur mit Primärfarben.Wie diese Bilder,entstanden auch seine polychromen dunklen Quadrate und Kreise,bei  denen er bis zu 76 Lackschichten übereinander auftrug,"aus existentieller Verbundenheit mit dem Leben".Immer stärker beeindruckte Peters"die Stille und Nichtwahrnehmbarkeit,die doch Präsenz hat".Die Konsequenz für sein Schaffen : der"weiße Zyklus",der nunmehr monochrom weißen Arbeiten,vulkanischen  Erdgesteins von der griechischen Insel Santorin in Form gegossen, aufweist.Doch Peters durchdringt die konstruktivistische Strenge,schneidet  den Kreis aus Bienenwachs mit der Hand,zeichnet  die Linie nicht mit dem Lineal - und bringt damit zum Ausdruck,daß  er nicht auf einseitig formulierten Dogmen beharrt,sondern die Transformation sucht."Die geistige Freiheit der Kunst",sagt er,"beinhalte alles."Daß seine von jeglicher Gegenständlichkeit freien Werke Unverständnis gar Unmut auslösen,hat  Peters häufig erfahren.Dennoch,er beharrt darauf,"daß diese Form der Kunst nicht die schwierigste ist,denn  was man dabei wahrnimmt,ist  meist nicht bewußt.Doch der Geist arbeitet weiternd es zählt nicht nur,was  das äußere Auge wahrnimmt,sondern  auch die geistige Reflexion".Der"Praktiker Unabhängiger Kunst"wie sich Peters nenntest radikal-sich selbst gegenüber.In seinem 1992 verfaßten "Manifest ZUR KUNST"schreibt er unter der Überschrift"Verweigerung der Korruption":Zurückweisung aller Angebote der Gesellschaft-Natur,die  den Maler-Künstler daran hindern,seine  Vision rein und frei zu erfüllendste real zu sein."Eine Haltung,die  Peters zu einer freigewählten Klausur führte,die  er-wenn auch zunächst nur über die Vermittlung durch seine neuesten Arbeiten-aufbricht."Praktik Poesie"nennt der 36 jährige die Serie seiner "Stocktücher".Jedes einzelne der einfachen Baumwolltücher an unbearbeiteten Holzstäben aus seinem Garten trägt mit grauer Wasserfarbe aufgetragen nur wenige Worte,ein Meditationssymbol Kreis und das Datum seiner Entstehung.Und doch dient es Peters zum Dialog.Seit über drei Monaten tauscht er beispielsweise mit Jean-Christoph Ammann,Direktor des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt,Assoziationen über die Arbeit aus.Sorgfältig ist jede einzelne Bemerkung notiert.Seinen Rückzug hat Peters nie als defensives Verhalten angesehen.Stets sei er trotz seines Lebens in einer künstlerischen Enklave ein politisches Wesen gewesen,betont er.Darstellungen seiner Person indes in Ausstellungskatalogen oder auf Fotos verweigerte er bisher.Nun will er sich der Unmittelbarkeit der Menschen stellen, sehen,"ob das,was  man in sich produziert,sich  im Gegenüber bewährt."Die Bereitschaft zu diesem Porträt war sein erster Schritt, ungewiß,wohin es ihn führen wird.



Stille Aktion

"Ich sitze hier und atme Dein Gift"

Wilhelm Peters,Nidda
1994

Es handelt sich bei den "Stocktüchern"um eine umfangreiche Werkgruppe, von der eines bei der "Stillen Aktion" gezeigt wurde.Es sollte eine Kontextverschiebung von Bild und Präsentationsort praktiziert werden,die leider sofort zur Eskalation führte und die Toleranzschwelle für Kunst in Frage stellt.


  • 1994

Zeitungsartikel Kreis Anzeiger Nidda
17.Juni 1994
"Bischof bei Hornitex - Maler von Polizei entfernt"
von Klaus Friedrich


Weihbischof Wolfgang Rolly und Vertreter des katholischen Dekanats Wetterau Ost besuchten die Firma Hornitex.Obwohl er nur eine Stunde seine "Stille Aktion" durchführen wollte,wurde  Wilhelm Peters zehn Minuten vor Schluß von der Polizei "entfernt".

Bischof bei Hornitex - Maler von Polizei "entfernt"
Wolfgang Rolly und Mitglieder des katholischen Dekanats Ost informierten sich - "Stille Aktion"abrupt beendet.Nidda.Negative Begleiterscheinung hatte der Besuch des Mainzer Weihbischofs Wolfgang Rolly im Nieder Spanplattenwerk Hornitex.Zur gleichen Zeit hatte sich der in Geiß-Nidda lebende Künstler Wilhelm Peters vor der Werkseinfahrt platziertem mit seiner "stillen Aktion"auf mögliche Umweltschäden aufmerksam zu machen.Das ließen sich die Werksverantwortlichen nicht gefallen und riefen die Polizei.Wilhelm Peters wurde von Beamten"entfernt".Doch zunächst einmal der Reihe nach.Werksleiter Eugen Hessz hatte die große Besuchergruppe begrüßt und kurz die wichtigsten unternehmerischen Daten der Firma,deren Gelände in Nidda stolze 26 Hektar groß ist,erläutert.Ein Rundgang durch das Werk und die Produktionsstätten schloß sich an,bevor die Katholiken Gespräche mit dem Betriebsrat führen durften.Natürlich stand die Veröffentlichung der neuesten PCP-Werte im Vordergrund.Wie von Werksleitung und Betriebsrat betont wurde,müsse eine Vorsortieren des Holzes von den anliefernden Unternehmen durchgeführt werden.In der Firma Hornitex selbst würden drei Kontrollen dieses Holzes vorgenommen,dennoch  sei es teilweise möglich,daß  belastetes Material "durchrutscht",weil es meist nicht zu erkennen sei.Man sei sich der Verantwortung bewußt und werde alles versuchen,eine Gefährdung auszuschließen.doch eine Umrüstung der Technik sei in"drei Tagen"nicht möglich.Auch das nicht gerade gute Verhältnis zwischen Werk und Bevölkerung wurde angesprochen.Das soll durch intensivere Öffentlichkeit-und Aufklärungsarbeit verbessert werden.Wehbischof Wolfgang Rolly ließ sich über den Schichtbetrieb und die eventuell daraus resultierenden Probleme der Arbeiter in der Familie informieren.Drei Schichten werden allerdings von nur etwa 70 Mitarbeitern in der MDF-Produktion "gefahren".Von dem,was  sich vor dem Werk abspielte,bekam die Besuchergruppe nichts mit.In seiner "stillen Aktion"zeigte der Künstler Wilhelm Peters ein Werk seiner "Praktik Poesie".Er saß vor der Einfahrt - ohne den Fahrzeug-oder Fußgängerverkehr zu behindern-und hielt einen Stock in der Hand, an dem eines seiner"Stocktücher"befestigt war.Auf dem weißen Tuch war mit dunkelgrauer Wasserfarbe ein Kreis gemalt,die  ebenfalls Freihand gemalte,etwas  provozierende Pinselschrift lautete:"Ich sitze hier und atme Dein Gift".Die Polizei wurde von der Werksleitung angefordert, und sie kam.Wilhelm Peters sagte nichts(stille Aktion)und wehrte sich auch nicht.Die Beamten trugen ihn ins Auto und fuhren ihn nach Geiß-Nidda.Das Kunstwerk jedoch wurde beschädigt.Etwas absurd:Die Werksleitung bezeichnete Peters"Sitzplatz"als Firmengelände,die  Polizei hingegen als öffentlichen Parkplatz.

  • 1994

"Stocktücher"

"ich sitze hier ein Tag ein Licht eine Nacht ein Licht"
24051994451
Wilhelm Peters


Werkgruppe "Stocktücher"
Weisse Baumwolle in einfacher Orthogonalwebung wird in freier Proportion zugeschnitten.Unbehandelt und am Rand offen auslaufend,wird dieses Lichttuch an zwei schwarzen Baumwollfäden mit einem naturbelassenen Holzstock verbunden.Die Bemalung mit Kreis und Schrift erfolgt Freihand mit Pinsel und dunkelgrauer Wasserfarbe.Das "Stocktuch"erhält ein Monogramm mit Datum und Werknummer.

*


  • 1994

"Praktiker Unabhängiger Kunst"PUK-Verlag

1. PUK-Heft 1994 "Praktiker Unabhängiger Kunst.Praktik.Stocktücher"ISBN 3-930936-00-3
2. PUK-Heft 1994"Fragmente"ISBN 3-930936-01-1
3. PUK-Heft 1995"Einlinienbilder,Stöcke,Stockmattenbilder"ISBN 3-930936-02-X
4. PUK-Heft 1995 "Lyrik"ISBN 3-930936-03-8
5. PUK-Heft 1996"Photographie"ISBN 3-93093-04-6

Beispiel
PUK-Heft 1996"Photographie"

S.13+S.14

Abb.PUK-Heft 1996 S.13+14

"Fotografien.Standartisierte Fotoapparatur mit gleichbleibendem Filmmaterial und Bildentwicklung durch Massenbetrieb.Subjektiver Moment des Aufnahmezeitpunktes in spezifischer Lichthaltigkeit und Formation."
S.13 links:Werk Nr.95/955"Regenwurm"
Regenwurm auf nassem Asphalt.
S.14 rechts:Werk Nr.95/957"Lotosblumen"
Lotosblumen in einer Urnenvase auf einem Schrank vor einer Wand
mit Malerei aus Kristallglaskügelchen."

  • 1994

"Mattenbilder"

"Kein Titel"
Farbpigment,Leinöl,Baumwolle,innen Filz.
110x107x2cm
1994
(94matte580)

Die umfangreiche Werkgruppe der Mattenbilder beginnt 1994 und endet 2008.
Eine Bildmatte,rundum weiße Baumwolle,innen Filz und an der Oberkante Schlaufen für die Aufhängung des Bildes an der Wand.Die weiße Matte wird mit einem farbgetränkten Holzstock geschlagen.In späteren Jahren folgen weitere Motive,wie z.B.die 2003 auf der Biennale Florenz gezeigten Mattenbilder"Computerdummy","Verdammter Krieg","Ölpest" und die 1999 im Berliner Dom gezeigte Arbeit"Frau von Kosovo".


  • 1996


Zeitungsartikel Frankfurter Rundschau.Kulturspiegel Wetterau
1996
Wilhelm Peters,Gedichte.PUK-Hefte

*

Sport am Samstag
In gute Hände
abzugeben
Sport am Samstag
der verdammte
Sündenbock
betreibt Mißbrauch
aber die bedürftigen
Leistungsempfänger
leugnen
die Kapitalströme
auf Schuldner-
und Gläubigerseite
Frischheit,Daten und

eine Liste
Die unverdaute Krise
garantiert.
Fehlanzeige
lokale Schwachstellen,
Einigkeit

*


Dieses Gedicht stammt aus einem neuen "PUK-Heft"des Niddaer Künstlers Wilhelm Peters.Die Lektüre der 52 kurzen, ironisch-melancholischen Texte rührt auch Menschen an,die  nichts vom Konzept des mehrfach in der FR vorgestellten "Praktikers Unabhängiger Kunst"(PUK) wissen.Das Heft gibt es zum Preis von 9,50 Mark nur beim Autor,Parkstrasse 26 in 63667 Nidda.Dort ist auch seine Dokumentation von "Einlinienbildern"und Stockschlägen auf weißem Untergrund erhältlich.Aktuell erschien ein Fotografie-Band mit Stock-Häufungen,Ansichten aus der Region:Judenbad,Wasserspiegelungen,ein Regenwurm in Großaufnahme.Wer Interesse hat,muß  sich beeilen.Denn Peters zieht mit seiner Frau nach Berlin.In der Wetterau könne er als Künstler kaum überlebenden hier gebe es "fast überhaupt keine Unterstützung".


  • 1996


Basilika Geiß-Nidda

Wilhelm Peters
Ausstellung:"Meditation Weißer Zyklus"
in der Basilika Geiß-Nidda/Hessen.
1996

Kleinformatige weiß-monochrom-chromatische Malerei
unterhalb des hl.Sebastian (ca.1450)


  • 1996

Zeitungsartikel Kreis Anzeiger Nidda
1996
"Wilhelm Peters zeigt in Kirche Malerei"

Nidda/Geiß-Nidda
Wilhelm Peters zeigt Malerei in der Basilika von Geiß-Nidda.Es handelt sich um ein lichtes,reinweißes,kleinformatiges(30 mal 24 Zentimeter)Bild aus der Werkgruppe"Meditation Weißer Zyklus".Es ist unterhalb einer Sebastian-Darstellung installiert und zeigt die lebendige Verbindung zeitgenössischer Kunst und traditioneller Geistigkeit in einem gewachsenen spirituellen Ensemble.Die Präsentation des Bildes zeigt somit bewußt kein explizit vordergründiges Zur-Schau-Stellen des künstlerischen Werkes,sondern bewirkt unter anderem die Verbindung zur Einheit kreativ-geistig-spiritueller Wirklichkeit in der Jetztzeit,in stiller,selbstverständlicher Anwesenheit.Die Bescheidenheit,Schlichtheit und das Unprätentiöse dieses Zeichens ist Ausdruck einer langjährigen,harten  Arbeit und der Augenblick dieser Installation eine Perle der Armut.So werden auf besondere Weise geistige Beziehungen geknüpft zu den in Geiß-Nidda im Mittelalter ansässigen Bettelorden der Augustiner und der ursprünglich dem heiligen Nikolaus geweihten Kirche,deren Reliquien Anlassen zu Pilgerten und zur geistig-körperlichen Gesundung war.Am 17.März findet eine Sonntagsmesse statt,in  der sich der Künstler den Fragen der Gemeinde stellt.Interessierte sind herzlich eingeladen.Beim Besuch zu anderen Zeiten ist der Eingangsschlüssel zur Kirche beim Pfarrer erhältlich.

  • 1997

 Berlin

"Wanderung"

Aus lichter,geistreicher Höhe in Niederungen hinabzusteigen um freie,farbenfrohe Vielfalt zu realisieren,ist nicht makellos,nicht einfach, aber notwendig und lebendige,kreative Wirklichkeit,durch die Kunst und Leben nicht zum Ritual werden und Mensch und Künstler nicht zu lebenden Toten.Es ist mehr als das,ein paradoxes Mysterium - ganz einfach - wie eine Blüte am Apfelbaum.

Ankunft in Berlin.
Das behördliche Berliner Kunstamt kam mir vor wie ein überdimensioniertes Bordell in dem die Frauen residierten,wie die Huren von Babylon.Daran hatte ich kein Interesse.Später erkannte ich,dass der ganze Berliner Kulturbetrieb,samt Medien von öffentlicher Hand subventioniert und kulturelle Prostitution systemimmanent ist,kollektives Schwarmverhalten notwendig,und Individualität und Selbständigkeit verdächtig gedeutet wird.- Nicht meine Auffassung von Kreativität! Kunst ein Kollektiv?- Nein! Künstler ist Subjekt,Individualist und Charaktermensch,der einzelne Mensch ist alleine für sein Handeln und Leben  verantwortlich,dies müßte eine geistreiche,freiheitliche Kulturgesellschaft würdigen und positiv in Betracht ziehen können,wenn sie dazu nicht schon zu korrumpiert ist.Mein erstes Atelier bezog ich in Berlin-Mitte,dann in Berlin-Charlottenburg,bis ich dann 2014 meine Dauer-Kunstperformance EINBILDMALEN In der Bleibtreustrasse eröffnete.Freihandmalerei-Unmittelbar-Natürlich.Eine umfangreiche Anzahl von Gemälden ist entstanden,von denen viele mit "Wanderung" betitelt sind.Reine Farbmalerei,wie Pastellfarbbilder auf weißer Baumwolle ab 2011 in lichter,lebendig,offen-heiterer Weise freihand realisiert,auch oftmals gesellschaftsbezogene Thematik aufweisend,visionär formuliert sein können,verursachte leider auch den Zorn der Berliner Kunstbanausen,die mein Schaufenster attackierten und behördliche Zensur meiner Gemälde nach sich zog.Leider verwechseln viele Menschen Kunst mit politischer Propaganda,von der ich mich distanziere.Eine geistreiche Kulturgesellschaft sollte den Unterschied kennen und reflektieren.Unsere Schlafrepublik der letzten Jahrzehnte leistet dies nicht,tiefgründige Toleranz kommt zu selten zum Vorschein,es herrscht Gesinnungsmob und Ignoranz mit zunehmender Brutalität.

"Über dem Roten Rathaus von Berlin"
Pastell,Baumwolle über Keilrahmen
80x110x5cm
2013
Wilhelm Peters
(13bild22)

"Bundeskanzlerin Merkel"
Pastell,Baumwolle über Keilrahmen.
100x80x5cm
2014
 Wilhelm Peters
(14bild11)

*

  • 1998

Brief an Wilhelm Peters
23.12.1998
Dr.Franz Meyer,Zürich
Ehemaliger Leiter der Baseler Museen

Lieber Herr Peters,
eben kamen die Repro Ihrer Mattenbilder,
jedes ein ganz wunderbarer mentaler Chor,
jedes eine Art von Lichtstrahl
intensivster Reflexion,frei allem
Zwang gegenüber,in Bezug zur
Direktwahrnehmung und der
Wahrnehmung kunstgeschichtlicher Stationen.
Herzlichen Dank.
Wir wünschen Ihnen von Herzen ein
schöpferisch - gesundes Jahr.

Ihre Pia und Franz Meyer


  • 1999


Berliner Dom

Bildpräsentation im Berliner Dom
Wilhelm Peters
Mattenbild"Frau von Kosovo"

"Frau von Kosovo"
Ölfarbe,Grafit,Baumwolle,innen Filz.
131x179x2cm
Mattenbild
1999
Wilhelm Peters
(99matte41)


Ich malte das Bild aufgrund der tragischen Ereignisse des Kosovokrieges 1999,dem ersten Krieg auf europäischem Boden nach dem 2.Weltkrieg.
Mord,Tod,Verwüstung,Vergewaltigung von Frauen.
Der Pfarrer Manfred Richter sah meine Malerei und bat mich,das Mattenbild
 "Frau von Kosovo" zum Anlass einer Andacht im Berliner Dom zu zeigen.
Ich kam diesem Anliegen gerne nach.
Das Bild "Frau von Kosovo"wurde unterhalb der Kuppel vor dem Altar des Berliner Doms auf einer Staffelei präsentiert.

*

Pfarrer Manfred Richter
Kunstdienst der Evangelischen Kirche.
Im Berliner Dom am Lustgarten

Andacht 2.6.1999

Pfarrer Manfred Richters nachfolgende Rede:

!.Was Sie sehen?
Gewebe,Baumwolle,in Schichten gelegt - Material fein streng,herb -.
Strukturiert : Streifen.Umrahmung ? Übereinandergelegt ? Ineinander geschachtelt ?
(vgl.Albers,Chicago)
Farblich : Weiß.Weiß ? Monochrom ? Oder vielfarbig - weiß ?
Wie vielfältig weiß sein kann ! Ein Materialweiß.Nur der Streifen rechts,
silbrig, dunkel.
Und die Fläche mittig.Hier scheint sich noch etwas anderes abzuzeichnen.
Ein anderer Farbton läßt aufhorchen,Braun.Oder rötlich ?
Ein Streifen anderer Art ; quer.
Wie liegt er da fließt er da.
Sie sehen es vielleicht nicht nahe genug : da ist noch Bleistift,oder Grafit.
Eine Umrisszeichnung,sehr knapp.- wie alles in dieser Arbeit - knapp gehalten.
Es zeigt eine Frau.
Genauer : ein Torso einer Frau

2.Der Künstler nennt seine Arbeit"Frau von Kosovo".
Frauen,die zum Torso gemacht werden : Die verletzt werden.
Offensichtlich durch Männer.

Die archetypische Männerwut und Männerangst im Umgang mit Frau.,
Die sie als kollektiven Besitz der Gegner - Männer betrachten.
Und so diese am härtesten treffen wollen.
Ungeachtet der Frauen selbst.

3.Das Bild in dieser Kirche.
Gegen das Gold.
Mit dem Weiß.
Mit dem Rot.
Und mit der Korrespondenz zu den Frauen unter dem Kreuz.

*

"Frau von Kosovo"
Bildpräsentation im Berliner Dom.
Andacht 2.6.1999

"Frau von Kosovo"
Bildpräsentation im Berliner Dom.
Andacht 2.6.1999
Anwesend u.a.Wilhelm Peters,Pfarrer Manfred Richter,leidtragende Bürger aus Kriegsgebiet.

*

  • 2003

Biennale Florenz

2003

"Computerdummy"
Ölfarbe,diverse Farben,Grafit,Baumwolle,Filz
50x39x2cm
Mattenbild
2003
Wilhelm Peters
(03matte238)

"Verdammter Krieg"
Ölfarbe,diverse Farben,Grafit,Baumwolle,Filz.
89x45x2cm
Mattenbild
2003
Wilhelm Peters
(03matte244)

"Ölpest"
Ölfarbe,diverse Farben,Grafit,Baumwolle,Filz.
60x50x2cm
Mattenbild
2003
Wilhelm Peters
(03matte246)

*
Teilnahme an der Biennale Internazionale dell` Arte Contemporanea
Florenz 2003

Wilhelm Peters
Preisträger des "Lorenzo il Magnifico"

An der 4.Florenz Biennale nahmen 891 Künstler aus 72 Ländern teil.

Wilhelm Peters war mit drei Mattenbildern vertreten:
"Computerdummy"(03matte238)
"Verdammter Krieg"(03matte244)
"Ölpest"(03matte246)

Die Jury bestand aus:
Dore Ashton,USA
Barbara Rose,USA
Kevin Power,Spanien
Veronica Birke,Österreich
Jerry Callum,U.K.
David Rubin,USA
Stefano Francolini,Italien
Teresa Ortega Coca,Spanien
Matty Roca,Spanien
John T.Spike,USA


  • 2005

Einsames Üben

Schriftwechsel
Rinzai-Weggemeinschft Mumon-Kai
Erste Berliner Zen-Gemeinschaft e.V.
(Gemeinschaft ohne Tor)
Kin-Mo-Kutsu
(Halle der Urkraft)
Haupt-Zendo von Mumon-Kai
Sotetsu Yuzen Roshi Meister(Dr.Klaus Zernickow)
K.D.Shosan Pilsinger 1.Vorsitzender(Klaus-Dieter Pilsener)

Antwortschreiben 31.5.2005
Erwiderungsschreiben Wilhelm Peters 3.6.2005

Sehr geehrter Herr Peters,
im Auftrag meines Meisters Sotetsu Yuzen Roshi antworte ich Ihnen.
Es freut uns,dass Sie auf die Rinzai-Weggemeinschaft Mumon-Kai gestoßen
sind,die seit 1971 besteht.Selbst nach 24 jährigem Bestehen ist es keinem
einzigen unserer Mitglieder gelungen,das Bi-Yän-Lu annähernd zu verstehen,
wenngleich regelmäßig und nach Rinzai-Art streng geübt wird.
Unser Meister Sotetsu Yuzen Roshi hat 1996 eine Sui-Boku-Gruppe
ins Leben gerufenen,in der der Tuschebild-Weg geübt wird.
Aus unserer Erfahrung ist es nicht möglich,Zen ohne Anleitung
eines Meisters zu üben."Einsames Üben"führt fast immer zu einer
Ansicht über Zen,nie zu einer Einsicht in Zen.
...........................
Mit Gassho
K.D.Shosan Pilsinger
*

Erwiderungsschreiben
Wilhelm Peters Schreiben an Herrn Zernickow,Sotetzu Yuzen Roshi
vertreten durch Herrn Pilsinger

Sehr geehrter Herr Pilsinger,
herzlichen Dank für Ihr Antwortschreiben vom 31.5.2005.
Wenn Sie Ihrem Meister Sotetzu Yuzen Roshi bitte ausrichten könnten,
dass seine Antwort meinen Weg der"Einsamen Übung"bestätigt,
denn große Meister antworten nie persönlich,sie lassen antworten,
und üben ihre Einsamkeit.
Hier sollte sich jeder selbst bemühen,auch Menschen ohne Rang.
Meine Ansicht in dieser Sache ist:
"Eine schwarz gekleidete Frau bringt ihren Müll weg."
Lieber Herr Pilsinger,eine"Ansicht"ohne"Einsicht",ist wie
ein Bild ohne Welt.Beide bedingen sich gegenseitig.
................................
Wilhelm Peters 

"Shin-ichi-Hisamatsu"
Pastell,Baumwolle über Keilrahmen
60x50x5cm
2013
Wilhelm Peters
(13bild63)

  • 2011

"Wanderung"

Bilderwache am Savignyplatz Berlin

Bilderwache:
Wilhelm Peters mit polychromer Malerei.
"Wanderung"
Farbpigmente,Kasein,Leinen über Keilrahmen.
50x60x5cm
2011
Wilhelm Peters
(11bild3)

Pastellmalerei

Wilhelm Peters
Ab 2011


Umfangreiche Werkgruppe Pastellmalerei.
Unmittelbare Freihandmalerei mit Pastellstiften und Farbpigmenten auf weißer Baumwolle.

"700 Jahre Wachstum für 5 Minuten Gier"
Pastell,diverse Farben,Baumwolle über Keilrahmen.
80x80x5cm
2011
Wilhelm Peters
(11bild28)

"Boot-Afrika"
Pastell,Baumwolle über Keilrahmen.
60x80x5cm
2011
Wilhelm Peters
(11bild23)

"Ohne Computer spielender Junge"
Pastell,Baumwolle über Keilrahmen.
60x70x5cm
2013
Wilhelm Peters
(13bild92)

"Du bist mein Sonnenschein"
Pastell,Baumwolle über Keilrahmen.
80x70x5cm
2014
Wilhelm Peters
(14bild62)

"Wanderung"
Pastell,Baumwolle über Keilrahmen.
130x140x5cm
2017
Wilhelm Peters
(17bild21)

"Cyber-Angriff"
Pastell,Baumwolle über Keilrahmen.
130x140x5cm
2018
Wilhelm Peters
(18bild13)

"Natürliche Auslese:Klima kaputt-Baum kaputt-Auto kaputt-Mensch kaputt"
Pastell,Baumwolle über Keilrahmen.
130x160x5cm
2018
Wilhelm Peters
(18bild29)

"Wanderung"
Pastell,Baumwolle über Keilrahmen.
130x150x5cm
2019
Wilhelm Peters
(19bild11)

"Mönch unter dem Kirschbaum"
Pastell,Baumwolle über Keilrahmen.
130x150x5cm
2019
Wilhelm Peters
(19bild12)

"Nicht systemrelevant"
Pastell,Baumwolle über Keilrahmen.
130x160x5cm
2020
Wilhelm Peters
(20bild10)


  • 2014

EINBILDMALEN

Freihandmalerei
Unmittelbar-Natürlich
Wilhelm Peters

Dauer-Kunstperformance

Eröffnung:18.08.2014
Standort
Bleibtreustrasse 52
10623 Berlin

EINBILDMALEN
Ansicht August 2014

Im Schaufenster EINBILDMALEN das Gemälde:

"Individualist"
Pastell,Baumwolle über Keilrahmen.
60x50x5cm
2014
Wilhelm Peters
(14bild5)


  • 2016/17

Bildzensur durch Berliner Behörde

Silvester 2016/17

Das Gemälde"Offene Begegnung.Silvesterübergriff" (17bild1) war das erste Bild,
das von mir im Jahr 2017 gemalt wurde,eine künstlerische Reaktion auf die Silvesterübergriffe auf Frauen in Köln 2016/17.
Dieses Bild wurde zusammen mit der 2014 gemalten Arbeit (14bild6) im Januar 2017
im Schaufenster EINBILDMALEN ausgestellt.

Schaufenster EINBILDMALEN
 10.01.2017
(17bild1) und (14bild6)

Angriff auf Schaufenster EINBILDMALEN
Foto:23.1.2017

*
Das Schaufenster EINBILDMALEN wurde Anfang 2017 vom Berliner Gesinnungsmob angegriffen und mit weißer Flüssigkeit beschmiert.In Folge untersagte mir das Ordnungsamt Berlin-Charlottenburg ,unter Androhung von Strafe,die Bilder auszustellen und wies mich an,
beanstandete Stellen zu überarbeiten.

" Offene Begegnung.Silvesterübergriff "
Pastell,Baumwolle,Keilrahmen
80x70x5cm
2017
Wilhelm Peters
(17bild1)

" Familienwirksame Leistung "
Pastell,Baumwolle,Keilrahmen.
60x70x5cm
2014
Wilhelm Peters
(14bild6)

*
Ich nahm dies als kreative Bereicherung und nicht als juristische Kampfzone und deckte die beanstandeten Stellen mit Malläppchen ab.

(17bild1)
Zensierte Fassung

(14bild6)
Zensierte Fassung

*
Die zensierten Gemälde (17bild1) und (14bild6) wurden Anfang 2017 wieder in neuer Fassung im Schaufenster EINBILDMALEN öffentlich präsentiert.

Schaufenster EINBILDMALEN
27.01.2017
Zensierte Versionen Bild (17bild1) und (14bild6).

  • 2017

Angriff auf die Kunstfreiheit
Wilhelm Peters


Das Licht,das ich täglich mit EINBILDMALEN anzünde,bereichert Berlin und das Land.
Die Hauptstadt Berlin sollte sich nicht mit den Kunstbanausen und Gesinnungsmob,der meine Kunstperformance EINBILDMALEN 2017 angriff,gemein machen,indem die Berliner Behörde Kunst,unter Androhung von Strafe,zensiert.Das zensierte Gemälde "Offene Begegnung.Silvesterübergriff"(17bild1),ist im Zusammenhang Kölner Übergriffe auf Frauen Silvester 2016/17 gemalt und wurde dann öffentlich im Schaufenster EINBILDMALEN  ausgestellt.Ziellosigkeit und Konfusion der Gesellschaft, geschaffen unter anderem durch die Merkel Schlafrepublik,ist Ergebnis des Desinteresses an Kunst und Bildung.Die daraus folgende Intolleranz und Verrohung der Gesellschaft,die Desorientierung und Arroganz der "sozialen Medien",des gesättigten,ignoranten Staates und seiner Vertreter,ist Ursache der Zensur mit Attacke auf die Kunstfreiheit.Denn während die Berliner Behörde den Gewaltmob auch schlimmeres in Medien,und wie Silvester in der Öffentlichkeit,gewähren liess und lässt,massregelt und verunglimpft sie Kunst und Künstler.Eine Steigerung der Exzesse zeigte sich bei den Sivesterkravallen im Land Berlin 2022/23.Das zuvor gesagte ist ebenfalls der Grund,warum es in Europa wieder zum Krieg kam.
Putinkrieg,eine Verirrung des Menschen und seiner Geistes-und Tatkraft.


Pressemitteilung per Mail vom 20.8.2018.
An Presse,Medien,Kulturfunktionäre und Institute u.a.auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters.Bitte betrachten Sie meine Malerei:"Spieltrieb"(18bild11),die ich im Schaufenster meiner Performance EINBILDMALEN in der Bleibtreustraße nahe Savignyplatz, Stadtteil Berlin-Charlottenburg,öffentlich ausstelle.
................

"
Ein Panzerfahrer im Gefecht überrollt mit seiner Waffe Menschen,Mitlebewesen und Landschaft.Waffen und Waffengewalt haben weltweite Konjunktur.Existenzen werden ausgelöscht,Kulturlandschaften verschwinden.Krieg ist keine positive,lebenswerte  Daseinsform menschlicher Zivilisation.Annektionsgelüste und Kriegsgeheul benachbarter Staaten sind düstere Zeichen unfähiger Politik und desorientierter Zivilgesellschaft." 

" Spieltrieb "
Pastell,Baumwolle über Keilrahmen.
120x140x5cm
2018
Wilhelm Peters
(18bild11)


  • 2018

Kunstfreiheit

Es verging ein Jahr,in dem sich Angriffe durch Kunstbanausen auf die Kunstfreiheit nicht nur auf meine Arbeit, sondern auch u.a. auf den Poeten Eugen Gomringer ausweiteten.
Dies nahm ich 2018 zum Anlass,mein zensiertes Bild (17bild1) mit zwei Seitenflügel als Triptychon zu erweitern und im Schaufenster EINBILDMALEN auszustellen.
Es folgten einige Zeitungsartikel und das RBB-Fernsehen machte darüber im Zusammenhang des Themas Kunstfreiheit eine Fernsehsendung.

Schaufenster EINBILDMALEN
12.01.2018
Triptychon (18bild3) "Kunstfreiheit"

"Kunstfreiheit"
Pastell,Kohle,Baumwolle über Keilrahmen.
Drei Bilder:
(18bild1)Links,(17bild1)Mitte,(18bild2)Rechts
80x171x5cm
Triptychon
Wilhelm Peters
(18bild3)


  • Februar 2018

Zeitungsartikel
Berliner Kurier
Zeitung für Berlin-Brandenburg
"Der Pfuicasso von Berlin"
Ordnungsamt verbietet Maler Erotik-Kunst im Schaufenster
Seite 1
2.Februar 2018

*

Zeitungsartikel
Berliner Kurier
2.Februar 2018
"Für das Amt sind die Bilder Pornografie,der Künstler aber fühlt sich zensiert"
von
Christian Gehrke

Charlottenburg-Zensur im West-Berliner Ausgehviertel?Es geht um ein Bild,auf dem ein Mann mit erigiertem Penis einer Frau an die Brust fasst.Auf einem anderen Bild haben Mann und Frau miteinander Sex.Der Künstler Wilhelm Peters(61)hat sie gemalt und sie in das Schaufenster seines Ateliers am Savignyplatz gehängt.Das Amt verbot den künstlerischen Aushang.Peters musste alle kritischen Stellen abdecken-und ist entsetzt.
Er fühlt sich in seinen persönlichen Rechten beschnitten und hilflos,sieht die Kunstfreiheit verletzt.Der Maler Wilhelm Peters,der in der Bleibtreustraße am Savignyplatz seit 15 Jahren sein Atelier hat,wendet sich nun an die Öffentlichkeit,weil er nicht mehr weiter weiß.
Das war passiert:Der Künstler hat im vergangenen Jahr zwei Aktbilder ausgestellt,beide  zeigen sexuelle Handlungen und haben die recht eindeutigen Titel"Offene Begegnung.Silvesterübergriff" und "Familienwirksame Leistung".Wilhelm Peters blickt zurück:"Ich habe viel Lob bekommen,sogar von Familien mit Kindern."Aber dann wurde erst sein Schaufenster mit Joghurt beschmiert,anschließend kamen nach seiner Aussage zwei Leute vom Ordnungsamt.Sie kamen einmal und ein zweites Mal.Beim dritten Mal sei ein Mann vom Ordnungsamt erschienen und habe ihm ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen"Grob anstößiger und belästigender Handlung"angedroht.Die Begründung:Jemand habe sich beschwert.Nach langem Hin und Her deckte Peters die Geschlechtsteile auf den Malereien mit Malläppchen ab.Jetzt hängen die Bilder wieder im Fenster - aber zensiert.Peters sagt:"Ich habe mein Geld immer selbst verdient.Jetzt fällt man mir in den Rücken.Das Land der Dichter und Denker - kannst du doch vergessen!"Das Ordnungsamt Charlottenburg-Wilmersdorf bestätigt seine Darstellung, glaubt,die Bilder seien an der Grenze zur Pornografie.Es gab Beschwerden."Wo Menschen sich gestört fühlen,können  die Grenzen der Kunstfreiheit überschritten werden",so Stadtrat Arne Herz(CDU).

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Zeitungsartikel
Berliner Zeitung
2.Februar 2018
"Künstlerische Freiheit"
"Um Akt-Darstellungen in einem Charlottenburger Schaufenster ist ein Streit entbrannt.Was ist anstößig?Wie weit darf Kunst gehen?
von
Christian Gehrke

Im gutbürgerlichen Charlottenburg geht das Ordnungsamt gegen zwei Aktmalereien vor.Sie dürfen in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr öffentlich gezeigt werden.Es geht um Bilder des Malers Wilhelm Peters,beides Sexdarstellungen.Peters hatte sie in das Schaufenster seines Ateliers in der Bleibtreustraße am Savignyplatz gehängt.Dem Ordnungsamt ist diese Kunst zu anstößig.Der Maler musste die kritischen Stellen bedecken - und beschwert sich nun über die Zensur.Peters sieht die Freiheit der Kunst verletzt.Peters hat sein Atelier seit 15 Jahren in der Bleibtreustraße.Vor ein paar Monaten hing er beide Bilder ins Fenster.Akt-Darstellungen,die er durchaus eingebettet in aktuelle Debatten sieht.Das Bild,auf dem ein Mann einer Frau an die Brust greift,trägt den Titel"Offene Begegnung.Silvesterübergriff".Sein anderes Werk heißt "Familienwirksame Leistung".Ich habe viel Lob bekommen,sogar von Familien mit Kindern",sagt Peters.Aber dann wurde erst sein Schaufenster mit Joghurt beschmiert,anschließend  kamen nach seiner Aussage zwei Leute vom Ordnungsamt.Sie kamen einmal und ein zweites Mal.Beim dritten Mal sei ein Mann vom Ordnungsamt aufgetaucht und habe ihm ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen"grob anstößiger und belästigender Handlung"angedroht.Die Begründung:Jemand habe sich über die Bilder beschwert.Nach langem Hin und Her deckte Peters die Geschlechtsteile auf den Malereien mit kleinen Leinwandstückchen ab und hängte die Bilder wieder ins Fenster.Das Ordnungsamt Charlottenburg-Wilmersdorf bestätigt die Beschwerden."Wo Menschen sich gestört fühlen,können  die Grenzen der künstlerischen Freiheit überschritten werden",sagte der zuständige Stadtrat Arne Herz (CDU) der Berliner Zeitung.Die Frage sei,ob es sich schon um Pornografie im Schaufenster handele."Und wir reden hier nicht von Atelierräumen, wir reden vom Schaufenster.Das Ordnungsamt musste kommen und entscheiden - und hat entschieden zum Schutz der Jugend",sagt Herz.Wilhelm Peters ist trotzdem enttäuscht.Er sei ein Schüler von Eugen Gomringer,dessen  Alleen-Gedicht an der Alice-Salomon-Hochschule in Hellersdorf jetzt übermalt werden muss,weil  es Studenten zu anstößig fanden."Gomringer ist nun wirklich kein Sexist"".Wer etwas verbieten wolle,sollte  im Internet und im Fernsehprogramm anfangen.Nicht an der Alice-Salomon-Hochschule.Und schon gar nicht an seinem Schaufenster.

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Zeitungsartikel
Berliner Tagesspiegel
"Im Schaufenster"
Casper Schwietering über die Kunst der Provokation
3.Februar 2018
Nr.23 372

Kaum hat die Alice-Salomon-Hochschule entschieden, das"Avenidas"-Gedicht zu übermalen,hat  Berlin schon seinen nächsten Kunstskandal."Sittenwächter am Savignyplatz:Ferkelei von der Staffelei",titelte der"Berliner Kurier"am Freitag.Nach sechs spanischen Wörtern geht es jetzt um zwei Zeichnungen,die  der Künstler Wilhelm Peters aus dem Schaufenster seines Ateliers in der Charlottenburger Bleibtreustraße entfernen soll."Grob anstößige und belästigende Handlungen",wirft das Ordnungsamt ihm vor und verweist auf Paragrafen 119OWiG.Ein kurzer Blick in den Gesetzestext zeigt schneller Laie darf sich das als Pornografie-Vorwurf übersetzen.Drei verschiedene Gedichtinterpretationen hat die "Süddeutsche Zeitung"im Falle "Avenidas"bemüht,damit  man sieht,wieso  diese sechs spanischen Wörter auf acht Zeilen sexuell aufgeladen und wohl sexistisch sind.So viel Aufwand ist bei Peters Zeichnungen sicher nicht nötig.Einen Mann mit erigiertem Penis sieht man da,der einer Frau mit dem Zeigefinger keck an die Brust greift,außerdem  ein kopulierendes Paar.Bevor nun aber auf"Pornografie"mit"Zensur"geantwortet werden soll und die einen das Kindeswohl gefährdet sehen,während  die anderen ein prüdes Berlin befürchten,sei an eine Tatsache erinnert:Das,was  da jetzt als neuester Beitrag im Kulturkampf präsentiert wird,ist  über ein Jahr her.Um jetzt im "Avenidas"-Taumel auch über Charlottenburger Bildersturm zu sprechen,musste  Peters die Bilder extra noch mal neu aufhänngen Mal-Lappen hängen nun über den Geschlechtsteilen der Figuren und wo früher zwei kleine Zeichnungen waren,hat  Peters inzwischen Triptychen geschaffen.Mit sarkastischen Grüßen an Berlin und die Berlinernde seine Kunst zensieren,auf  der einen und dem Artikel 5 Grundgesetz zur Kunstfreiheit auf der anderen Seite.Mit diesen erweiterten Werken ist der Künstler sehr zufrieden."Ich möchte ja mitdiskutieren,wenn unsere offene Gesellschaft gefährdet ist,und  nicht einfach danebengehen",sagt er.Und auch das Ordnungsamt kann damit gut leben.Dabei könnte man es nun belassen.Aber das scheint ein unerfüllbarer Wunsch zu bleiben.Für Montag habe sich das Fernsehen angekündigt,sagt  Peters.

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Fernsehsendung
RBB-zibb
Dienstag 6.2.2018,18.30 Uhr
"Berliner Künstler sorgt für Aufruhr.Wieviel Nacktheit darf in die Öffentlichkeit."
Beitrag von Katrin Hampel


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FDP-Politikerin Dr.Maren Jasper-Winter
" Dargestellt sind keine Pornografie,auch nicht etwa strafbare Handlung,sondern Kunst, die im Rahmen der Kunstfreiheit zu schützen ist."

Mein Dank an Dr.Maren Jasper-Winter für die Kunstfreiheit.

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Direkt nach der Zensur meiner Gemälde durch die Berliner Behörde,malte ich das Bild

" Ich bin ein Berliner ",

die Darstellung eines nackten Menschen am Kreuz.
Ich schickte am 4.4.2017 eine Abbildung des Gemäldes dem katholischen Erzbischofs von Berlin Dr.Koch mit der Bitte,mir dieses Gemälde abzukaufen.Ich erhielt keinerlei Reaktion.
Dies bedauere ich und es zeigt das Desinteresse der katholischen Kirche an Kunst und Künstler.

"Ich bin ein Berliner"
Pastell,Baumwolle über Keilrahmen.
150x120x5cm
2017
Wilhelm Peters
(17bild5)

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NULLEINSMALEREI

Weg der Unmittelbarkeit versus Digitaldiktatur

Im Laufe der Jahre erscheint in meinen Bildern ab 2012 zunehmend das NULLEINS-Thema.
Weltweite Digitalisierung ist eine Revolution,sie dominiert und infiltriert die analog-sensitive Bildfindung mit grundsätzlicher Auswirkung auf das Leben und die Welt.Es steht aber außer Zweifel,dass Quelle und Schöpfer einer gesunden,lebenswerten  Bildwelt,die ursprüngliche sensuelle Kreativität,durch Vision und Wille eines freien,geistreich-schöpferischen Subjektes ist und bleiben wird und nicht die leblose,rationalisierte Systemmaschinerie mit ihrer sinnlosen Bildproduktion,die den Menschen zum Untertan und Abziehbild der Geschichte macht, zum Sklaven der Maschine und Systeme.Diskriminierung und Verachtung analoger Lebensweise ist falsch.Ein natürlicher Weg der Unmittelbarkeit der Sinne,des Verstandes,des Geistes und die Einsicht in lebens-und liebenswerte Vielfalt und unebene, charaktervolle Schönheit,ist erhaltenspflichtig und fortwährende Quelle der Kunst.

" Meer voller Tränen "
Pastell,Baumwolle über Keilrahmen.
80x120x5cm
2014
Wilhelm Peters
(14bild35)

" 01-Bild"
Kohle,Baumwolle über Keilrahmen.
80x60x5cm
2015
Wilhelm Peters
(15bild16)

" Sklave 128102022 "
Tusche,Farbpigmente,Kreide,Leinen,Kasein über Keilrahmen.
60x50x5cm
2022
Wilhelm Peters
(22bild16)

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Natürlicher Stil

- Freigeist
- Freihand
- Unmittelbarkeit
- Unebenheit
- Einfachheit der Mittel
- Vielfalt
- Asymmetrie
- Kreativität
- Freiheit
- Selbstverantwortlichkeit
- Charaktervoll
- Licht,Liebe,Leben
- Durchgeistigter Wandel
- Achtsamkeit
- Spiritualität
- Natürlichkeit
- Analog

September 2023


Das Anthropozän hat gerade erst begonnen,da endet es auch schon durch selbst verursachte Lebensunfähigkeit.Die einen flüchten zum Mars,nachdem sie das schöne Erdenleben zerstörten,die anderen vernichten weiter ihre Lebensgrundlage und hoffen auf die Erde.

" Klima-Kleber "
Kulturschädling am Abgrund.
Performance EINBILDMALEN.
Galeriewochenende Berlin 16.9.2023

  • Ab 2024


Freihandmalerei
Unmittelbar-Natürlich

Konzentration auf pastose Ölfarbgemälde mit Einrahmung aus eigener Herstellung.

Große Kunstströmungen des 20.+21 Jahrhunderts
(z.B.Amerikanische Farbfeldmalerei und Pop Art)versuchten und versuchen die Handschrift in der Kunstmalerei zu vermeiden,auszulöschen.
Ich denke jedoch,dass heute genau das Gegenteil geschehen muss,nämlich die Handschrift und damit das Subjekt,das Individuum Wirklichkeit werden zu lassen,zu zeigen,zu realisieren und das Geistvolle des Lebens in aller Sinnlichkeit und Poesie,vor  allen Systemen,zu erkennen und darzustellen.

" Digitalsklaven-App"
2024
Ölfarbe,Leinen über Keilrahmen.
Inklusive Rahmen(4R2024).Eigene Herstellung.
50x60x5cm
Wilhelm Peters
(24bild2)